Songyi Kim

Schlagzeug, Drum-Set

„Perkussion ist der Herzschlag meines Lebens.“ Songyi Kim entdeckte bereits als Kind ihren Hang zum Beat. In ihrer Heimat Südkorea, sagt sie, findet man öfter Frauen am Schlagzeug. Am Kunstgymnasium ihrer Heimatstadt Cheongju wuchs ihre Begeisterung für klassische Musik   - und damit ihr Interesse an Deutschland. 2011 begann sie ihr Studium im künstlerischen Hauptfach Schlagzeug an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Dem Bachelor folgte dort 2018 der erfolgreiche Abschluss des Masterstudiengangs „Professional Performance“.

Neben dem klassischen Repertoire hat sich Songyi Kim in den vergangenen Jahren der zeitgenössischen Musik gewidmet. Im vertiefenden Masterstudiengang bei ihren ProfessorInnen Barbara Maurer, Günter Steinke und Michael Pattmann beschäftigt sie sich an der Folkwang Universität derzeit intensiv mit Neuer Musik. Seit 2016 hat sie im Auftrag der Stockhausen-Stiftung sowie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung bedeutende Werke der Neuen Musik aufgeführt. 2017 wurde sie mit ihrem Ensemble Preisträgerin im Rahmen der Internationalen Stockhausen-Kurse Kürten. 2018 trat sie im Rahmen der Ruhr Triennale als Instrumentalistin auf.

Ihre Liebe zu den Schlaginstrumenten, meint Songyi Kim, beruht auf den besonderen Klangwirkungen der Perkussion. Seltene Klangfarben und Nachklänge wie aus anderen Welten machen das Spiel auf Schlaginstrumenten zu einer unvergleichlichen musikalischen Erfahrung. Vor allem aber: “Rhythm is it.“ Im Ensemble oder in der Band gibt das Schlagzeug das Tempo vor. „Tempo soll aber keinesfalls Stress bedeuten“, betont Songyi Kim. Für sie ist Musik vielmehr ein Weg, sich selbst zu entdecken und beim Spielen zu freierem Ausdruck zu finden. „Auch wenn beim Spielen nicht alles auf einmal klappt, ist es wichtig, im Fluss zu bleiben, den groove zu halten.“ Zuhören, den Takt zählen, weitermachen, auch wenn mal Fehler passieren. Das fördert die Konzentrationsfähigkeit und ist eine Übung fürs Leben.

Fortgeschrittene können sich an eigens für Schlagzeug komponierten Stücken wie Etüden für Trommel oder Xylophone üben. Und weil Schlaginstrumente die Menschheit durch alle Zeiten und Kulturen begleitet haben, lassen sich mit ihnen auch die Klänge der Welt erkunden. „Man kann weit kommen mit dem Schlagzeug.“ Songyi Kim selbst hat sich in den letzten Jahren mit der Tradition des jahrhundertealten koreanischen Trommelspiels befasst. Sie erwähnt es fast nebenbei, unprätentiös, die Ruhe selbst, ganz im Augenblick und bei der Sache. Wer wollte da noch zögern, einfach mal anzufangen am Schlagzeug, um mit ihr die Bewegung im Klang zu entdecken?